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Die Intensivtherapie nach Alexander Nowarra

Der von uns angebotene therapeutische Intensiv-Workshop beruht auf der Idee der systemischen Intensivtherapie nach Alexander Nowarra. Dabei handelt es sich um eine nur 3-4 Tage andauernde Ganztagstherapie, die nach Möglichkeit den Lebenspartner des Betroffenen einbezieht. Dabei werden, je nach Bedarf und Durchhaltevermögen des Klienten, täglich 2-3 Sitzungen zu je 2 h Dauer durchgeführt. Die Pausen dazwischen sind mit zwanglosen Freizeitaktivitäten (Spazieren, Lesen, Ruhe, Schlaf, …) ausgefüllt, so dass Raum für Entspannung und Reflexion entsteht. Systemische Therapie ist nicht zu verwechseln mit klassischer Psychotherapie. Nicht die Seele des Klienten, sondern das gesamte System des Klienten wird im Problemkontext betrachtet.

Systemisches Vorgehen

Das Vorgehen ist systemisch lösungs- und ressourcenorientiert. Dies bedeutet, dass in der Regel schnell nach effektiven Lösungen im System der Klienten gesucht wird, statt der Problementstehung allzu viel Aufmerksamkeit zu widmen. Bei der Lösungssuche wird versucht alle Fähigkeiten und Möglichkeiten (=Ressourcen) der Klienten zu nutzen, insbesondere solche, die diesen zuvor gar nicht bewusst waren. Ferner wird mit den Klienten über konstruktivistische Ansätze eine realistische Vision für ein lebenswerteres Leben „für die Zeit danach“ entwickelt.

Intensives Erleben

Durch die kurze Dauer (nominal 3 Tage, 1 Tag Reserve) werden in kurzer Zeit extrem viele Themen bearbeitet. Wenn möglich, werden jeden Tag 2-3 therapeutische Sitzungen abgehalten, wobei sich der thematische Fokus von Sitzung zu Sitzung und von Tag zu Tag verschiebt. Den Klienten bleibt keine andere Wahl als sich sowohl der Schwere ihres Problems als auch der Attraktivität eines neuen, vom ständigen Trinken befreiten Lebens zu stellen. Das Erleben ist dabei sehr intensiv, die empfundenen Emotionen stark. Gerade bei Suchterkrankungen (oder deren Vorstufen) ist es wichtig den Wandel schnell und vollständig zu vollziehen. Verschleppt man diesen über Wochen und Monate, kann die Hürde oft nicht genommen werden. Intensivtherapie fokussiert den erforderlichen Willen und die Änderungsbereitschaft auf nur einen kurzen Zeitraum, um die große Hürde zu bewältigen. Ebenso wichtig ist es, dass die Klienten aus ihrem gewohnten Umfeld befreit werden, damit mögliche Störeinflüsse (wie z.B. „Verführer“ zum Trinken) für die Dauer der Therapie eliminiert werden. Dazu reisen die Klienten zum Wohnort des Therapeuten und wohnen vor Ort in einer Pension.

Einbeziehung des Lebenspartners

Ein weiteres charakteristisches Merkmal der Intensivtherapie ist die Einbeziehung es jeweiligen Lebenspartners oder einer engen Bezugsperson (z.B. Familienangehöriger, bester Freund/in) in die Therapie. Hierdurch erhält der/die Betroffene einerseits direkte Unterstützung aus dem privaten Umfeld, andererseits sind die Lebenspartner in aller Regel „mitbetroffen“ und werden in die Therapie mit einbezogen. Oftmals sind Trinkauslöser für den Betroffenen auch über die Beziehungsdynamik gegeben, so dass gemeinsam erarbeitet werden kann, wie alte Muster durchbrochen werden können und die erforderliche Entlastung geschaffen werden kann. Die Mitwirkung der Lebenspartner bzw. enger Bezugspersonen hilft zudem ungemein die Erfolge und die Zuversicht aus dem Therapieraum tatsächlich erfolgreich in den Alltag zu tragen.

Prävention: „Notfallkoffer“ und Nachsorge

Nachhaltigkeit erfordert auch Prävention. Gefährliche Szenarien und zu erwartende Komplikationen müssen vorhergesehen und durchdacht werden und mit passenden Notfall-Maßnahmen versehen werden. Die Ergebnisse dieses Prozesses werden als therapeutischer „Notfallkoffer“ verstanden, die der/die Betroffene und seine Begleitung in Form einer individualisierten Maßnahmenliste mit nach Hause nehmen. In der Regel beinhalten diese auch die Möglichkeit der Nachsorge durch den Therapeuten, entweder telefonisch, oder in Form einer weiteren Sitzung.